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Augen auf beim Autokauf!

Der Gebrauchtwagenkauf war schon immer ein gewisses Wagnis und eine neue Betrugsmasche bei selbigem beschäftigt in letzter Zeit intensiv die Berliner Polizei (zumindest werden diesbzgl. viele Anzeigen getippt).

Autokauf

© Thorben Wengert  / pixelio.de

So wurde auch einer meiner Mandanten Opfer folgender Masche: Im Internet wird ein attraktiver Gebrauchtwagen angeboten. Der Interessent kontaktiert die angegebene Handynummer und es wird ein Treffen vereinbart. Kurz vor dem Treffen hat der Anbieter plötzlich keine Zeit mehr (Geburt seines Kindes, Sterbefall etc). Aber es wird der Schwager (Kumpel, Bruder etc.) des Anbieters mit allen Vollmachten ausgestattet und kann den Verkauf übernehmen.

Der junge Verkäufer trifft am vereinbarten Treffpunkt ein, wirkt eventuell etwas komisch aber konkrete Verdachtsmomente ergeben sich nicht. Er weist sich sogar mit seinem Personalausweis aus, welcher auch einer eingehenden Prüfung durch den Interessenten standhält.

Die Besichtigung des PKW erfolgt dann gründlich durch eine Werkstatt. Die Zulassungsbescheinigung Teil 1 (Fahrzeugschein) und Zulassungsbescheinigung Teil II (Fahrzeugbrief) stimmen augenscheinlich überein. Die Papiere weisen auch bei gründlicher Überprüfung keine Fälschungsmerkmale auf.

Der Wagen wird gekauft, denn schließlich liegen die Papiere komplett vor und der Preis stimmt.

Doch dann stellt sich auf der Zulassungsstelle heraus, dass der Wagen gestohlen ist. Eigentum an gestohlenen Sachen kann nach deutschem Recht nicht erworben werden und so bleibt der Käufer auf seinem Schaden sitzen.

Wie konnte das passieren? Tatsächlich ist der Fahrzeugschein echt und stammt  vom echten Eigentümer und Diebstahlopfer. (Letzteres gehört wohl zu dem hohen Prozentsatz an deutschen Autobesitzern, die ihren Fahrzeugschein der Einfachheit halber im Auto lagern. Ein Autodieb braucht nur hinter der Sonnenblende des Fahrersitzes nachzuschauen und hat mit hoher Wahrscheinlichkeit Glück.)

Das Problem im vorliegenden Fall ist der Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II). Dieser lagert selbst bei sorglosen Naturen meist sicher zu Hause oder sogar im Bankschließfach. Aber auch hier wissen sich Schurken zu helfen. Im besprochenen Fall handelte es sich um ein echtes Blanko-Formular, welches aus der Zulassungsbehörde Freiburg stammte. Dieses wurde nur noch ausgefüllt und mit einem passenden Stempel versehen. Es stammte möglicherweise aus einem Einbruch. Nur ein paar Kleinigkeiten hätten einem Experten auffallen können. Die Daten des Fahrzeuges waren in einer Schriftart eingetragen, die nicht ganz der von der Behörde verwendeten entsprach. Der Fälscher hatte sich einen kleinen Zahlendreher bei der Fahrgestellummer erlaubt und der Fahrzeugbrief des in Berlin zugelassenen Autos kam aus Freiburg. Alles in allem für arglose Autokäufer ohne Fälschungs-Erfahrung schwer zu entdecken. Es ist natürlich zu befürchten, dass auch wesentlich bessere Fälschungen auftauchen werden.

Aber der Stellvertreter des Verkäufers kann doch nicht so dumm sein, dabei mit zu machen? Richtig, das sollte man denken. Doch auch wenn es ausgeschlossen erscheint, dass jemand seinen echten Ausweis samt richtiger Telefonnummer bei einem Betrugsversuch vorzeigt, wird sich in der Realität leider immer jemand mit z.B. drogenbedingtem Geldbedarf finden, der für solche Geschäfte den Kopf hinhält. Der eigentliche Täter steht bei dieser Art Geschäft meist hinter der nächsten Ecke und knöpft seinem “Vertreter” den Erlös ab.

Fazit:

Wenn Sie sich beim Autokauf nicht sicher sind (und Zweifel sollten zum Beispiel dann aufkommen, wenn der Verkäufer, warum auch immer, nicht in der Zulassungsbescheinigung auftaucht), sollten Sie sich an die Polizei wenden. Zuständig ist die Polizeidienststelle im Bezirk des jeweiligen Verkäufers. Prüfen Sie genau, ob die Fahrzeugidentifizierungsnummer mit den Angaben im Brief übereinstimmt und fragen Sie bei der Polizei nach, ob diese eventuell im Fahndungsregister steht. Ein seriöser Verkäufer sollte kein Problem damit haben, Ihnen die Fahrzeugidentifizierungsnummer schon vor dem Kauf zu übermitteln, damit Sie vorab eine Anfrage starten können. Lässt er sich nicht darauf ein, sollten Sie vom Kauf Abstand nehmen. Zudem sollten Sie sich auf Ihr Bauchgefühl verlassen. Ein Luxusauto, das von einem gesundheitlich angeschlagenen jungen Mann, der auch mal wieder duschen könnte, verkauft wird, sollte Anlass zu weiteren Nachforschungen geben.


Die knappe Darstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und kann eine anwaltliche Beratung nicht ersetzen. Trotz gründlicher Bearbeitung bleibt eine Haftung ausgeschlossen.

Ansgar Honsel
Rechtsanwalt für Verkehrsrecht

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