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HWS-Syndrom

Wichtige Fragen und Antworten zum Thema HWS-Syndrom nach einem Unfall.

HWS-SyndromGibt es beim HWS-Syndrom eine “Harmlosigkeitsgrenze” wegen geringer Geschwindigkeit?

Eine Harmlosigkeitsgrenze, z.B. dann, wenn nur ganz leichte Schmerzen oder Verspannungen die Folge des Unfalls sind, gibt es schon. Die grundsätzliche Aussage aber, dass bei einer Aufprallgeschwindigkeit von bis zu 10 km/h nur von einer Harmlosigkeit des HWS-Syndroms ausgegangen werden kann, ist dagegen nicht zulässig (BGH: Urteil vom 28.01.2003 - VI ZR 139/02).

Folgt ein HWS-Syndrom nur bei Heckkollision?

Nein, ein HWS-Syndrom kommt auch bei Frontal- oder Seitenkollisionen vor (Urteil OLG Schleswig-Holstein - 7 U 94/05). Ein HWS-Syndrom wird durch Überstreckung der Halswirbelsäule hervorgerufen. Es kommt daher nur darauf an, dass der Kopf ruckartig bewegt wird. Wie diese Bewegung hervorgerufen wird, ist nicht entscheidend.

Wie wird ein HWS-Syndrom bewiesen?

Ein HWS-Syndrom ersten Grades kann nicht mittels Röntgen oder Computertomographie nachgewiesen werden, sondern nur anhand der Symptome, die der Betroffene seinem Arzt mitteilt. Es handelt sich bei dem ärztlichen Attest daher in leichteren Fällen immer um eine Verdachtsdiagnose, die von der gegnerischen Haftpflichtversicherung gerne angezweifelt wird. Gleichwohl ist ein Schmerzensgeld durchsetzbar. Besser stehen die Chancen in Fällen, bei denen z.B. Gewebeschäden in bildgebenden Verfahren die Verletzungen sichtbar machen können.

Es müssen vom Geschädigten zwei Tatsachen bewiesen werden:

a) Das Vorliegen des HWS-Syndroms und
b) dessen Verursachung durch das Unfallereignis.

zu a)
Das Vorliegen des HWS-Syndroms kann durch Gutachter und durch Zeugenaussage des behandelnden Arztes bewiesen werden. Ein geübter Arzt kann mit den Händen Verhärtungen an der Nackenmuskulatur erspüren und so einen “fühlbaren” Befund erheben. Das reine ärztliche Attest hingegen ist lediglich ein Indiz und kein Beweis, da es auf subjektiven Aussagen des Verletzten beruht.

zu b)

Biomechanisches Sachverständigengutachten

Ein biomechanisches Sachverständigengutachten kann im Prozess den Zusammenhang mit dem Unfall mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit nachweisen. Die reine Tatsache, dass die Schmerzen kurz nach dem Unfall aufgetreten sind, sind ein Indiz dafür, dass die Schmerzen auch auf den Unfall zurückzuführen sind aber kein zwingender Beweis. Schließlich kann ein “Hexenschuss” auch durch einen Windzug kurz nach dem Unfall ausgelöst werden und ist von einem unfallbedingten HWS-Syndrom ersten Grades nicht zu unterscheiden.</p>

Zeugenaussage/Anspruchsteller

Zudem kommt die Benennung von Zeugen in Betracht, die z.B. kurz nach dem Unfall gehört haben, wie der Kläger über Schmerzen geklagt hat. Der Richter kann auch den Kläger anhören und die daraus gewonnene Erkenntnis auch verwerten. Die Anhörung des Klägers kann vom Gericht sogar stärker gewertet werden, als die Aussagen von Zeugen.

Keine Beschwerden vor dem Unfall

Der Nachweis des Klägers, vor dem Unfall beschwerdefrei gewesen zu sein, ist ein Hinweis darauf, dass die Schmerzen durch den Unfall verursacht worden sind. Dieser Beweis kann z.B. mit dem Zeugnis des Lebenspartners angetreten werden, der bekundet, dass derartige Schmerzen vor dem Unfall nicht aufgetreten sind.

Depressionen als Folge des HWS-Syndroms?

Depressionen können Folge andauernder Schmerzen sein, so dass auch für diese ein Schmerzensgeld in Frage kommt. Dabei kommt es nicht darauf an, ob der Geschädigte grundsätzlich zur Entwicklung von Depressionen neigt. Schließlich sind Depressionen aufgrund von Schmerzen nichts ungewöhnliches und der Autofahrer, welcher einen psychisch Anfälligen verletzt, kann nicht verlangen, so behandelt zu werden, als ob er eine psychisch stabile Person verletzt hätte.

Rechtsstipp:

Zum Nachweis eines HWS-Syndroms ersten Grades ist eine gewisser Aufwand erforderlich. Dieser kann, wenn im Prozess Gutachten erforderlich werden, sogar ganz erheblich werden. Der Anwalt des Unfallopfers sollte daher der gegnerischen Haftpflichtversicherung klarmachen, dass auch diese ein Interesse an einer außergerichtlichen Beilegung der Sache haben sollte.


Die knappe Darstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und kann eine anwaltliche Beratung nicht ersetzen. Trotz gründlicher Bearbeitung bleibt eine Haftung ausgeschlossen.

Ansgar Honsel, Rechtsanwalt

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